Neurophysiologische Entwicklungsförderung NDT/INPP®

Manche Kinder brauchen eine „zweite Chance“. Bei guter Intelligenz (oft auch Hochbegabung) haben sie Probleme: Verhaltensauffälligkeiten, Sprachentwicklungsverzögerung, verspätetes Laufen lernen, Probleme mit dem Gleichgewicht und der Koordination, „zwei linke Hände oder Füße“, Lernprobleme, Konzentrationsmangel, Langsamkeit, Ablenkbarkeit, Schul- und Versagensängste, Hyperaktivität, Hypoaktivität, Bettnässen, Schlafstörungen, Gewaltbereitschaft, Probleme im Umgang mit anderen Kindern, Stimmungsschwankungen und vieles mehr.

Bei einer Häufung dieser Symptome können körperliche Ursachen zugrunde liegen. Meist handelt es sich um eine Unreife im Nervensystem. Diese Störungen kann ein geschulter Therapeut diagnostizieren und behandeln.

Jedes Kind wird mit einer Reihe von Reflexen geboren, die seinem Überleben dienen und die Grundlage für eine normale Bewegungsentwicklung bilden. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Reifung des Nervensystems, der Sinneswahrnehmung, des Gleichgewichts und der Koordination und somit der körperlichen, geistigen und emotionalen Entwicklung.

Damit ein Kind mühelos lesen, schreiben und rechnen lernen kann, müssen alle Systeme des Körpers reibungslos zusammen arbeiten. Bei Kindern mit Lern- und Verhaltensproblemen bestehen häufig noch frühkindliche Reflexe, die nicht abgelöst bzw. transformiert worden sind und jetzt die normale Entwicklung und damit auch das erfolgreiche Lernen in der Schule behindern.

Kernstück der Arbeit mit lern- und verhaltensauffälligen Kindern ist ein diagnostisches Instrumentarium sowie ein Behandlungsprogramm zur Neurophysiologischen Entwicklungsförderung, das vom Institute for Neurophysiological Psychology in Chester/ England entwickelt wurde und sich inzwischen weltweit bewährt hat, und das ich in meiner Praxis seit vielen Jahren erfolgreich zur Förderung und Unterstützung der kindlichen Entwicklung einsetze.

Dieses Behandlungsprogramm beinhaltet eine umfangreiche diagnostische Untersuchung sowie die Anleitung zu einem häuslichen Übungsprogramm, bei dem die diagnostizierten Reflexe nach und nach in die normale motorische Entwicklung integriert werden können, wodurch sich die motorischen und die sozialen Verhaltensauffälligkeiten wie auch die Lernschwierigkeiten in der Regel deutlich bessern.

Vorgehensweise:

1. Zu Beginn wird mit Ihnen ein intensives Anamnesegespräch geführt. Wenn die im Anschluss erfolgende Auswertung eines Erhebungs-Fragebogens nahe legt, dass bei ihrem Kind in der Tat fortbestehende frühkindliche Reflexe als ursächlich für seine Probleme vermutet werden können, wird ein weiterer Termin zur umfangreichen Überprüfungsdiagnostik vereinbart. Es ist aber auch möglich, dass sich bei diesem Gespräch herausstellt, dass andere Faktoren für die Problematik verantwortlich sind.

2. Eine zwei- bis dreistündige diagnostische Überprüfung ermöglicht bei einem weiteren Termin ein genaues Bild über den Stand der neurophysiologischen Ausreifung ihres Kindes. Es werden folgende Bereiche überprüft:

– Grob- und feinmotorische Koordination
– Gleichgewicht
– Muster der Bewegungsentwicklung
– Frühkindliche (primitive) Reflexe
– Halte- und Stellreaktionen
– Lateralität
– Visuelle Wahrnehmung
– Augen-Hand-Koordination
– Überprüfung der Hörwahrnehmung (ggf.)

3. Anhand der Test-Ergebnisse wird mit Ihrem Kind und mit Ihnen das häusliche Übungsprogramm eingeübt, das Ihr Kind mit Ihrer Unterstützung täglich zu Hause während der Dauer etwa eines Jahres durchführen soll. Nach vier bis sechs Wochen wird das Übungsprogramm bei einem weiteren Termin in meiner Praxis überprüft und ggf. verändert. Nach 1-1½ Jahren sollten die frühkindlichen Reflexe dann soweit integriert sein, dass Ihr Kind müheloser und angemessener die Anforderungen, die die soziale Umwelt stellt, bewältigen kann.

Durch das Übungsprogramm erhält das Gehirn Ihres Kindes eine „zweite Chance“ zur Reifung und zur Entfaltung all seiner motorischen, geistigen und emotionalen Fähigkeiten, denn die Behandlung setzt an den Ursachen an und behandelt nicht nur die Symptome. Vielen Kindern und Eltern kann damit ein langer Leidensweg erspart bleiben.